Ätna

27. März 2022 20:00 Uhr

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Push Life Tour 2022

Der Hippocamus ist ein Bereich im tiefen Inneren des Gehirns. Er sieht ein bisschen aus wie zwei kleine gebogene Fühler. Der Hippocamus ist zuständig für den Übergang von Kurz-ins Langzeitgedächtnis, aber auch für das Abspeichern neuer Erfahrungen, für Neugier und Bildung neuer Gehirnzellen –ein sich kontinuierlich veränderndes Areal.ÄTNA, deren neues Album “Push Life” am 01.04.2022 erscheint, sind, könnte man sagen, der Hippocamus der deutschen Musiklandschaft. Wer die 10 Tracks nacheinander durchhört, wird danach mit leicht verschobenem Frontallappen wieder in den Körper zurückzukehren und sich fragen: Was war das denn grade? Musik aus einer anderen Sphäre. Eine, in der Kunst freier, wilder, echter, überlebensgroß gedacht und gemacht wird. Inéz und Demian nehmen die Hörer*innen auch auf ihrem zweiten Longplayer mit in ihre ganz eigene Sphäre. Während sich im Gehirn neue Verknüpfungen bilden, wünscht man sich fast ein drittes Ohr, um die komplexen Arrangements noch genauer hören können.Das ist bei ÄTNA allerdings nicht überraschend. Schon bei ihrem 2020 erschienenen Debütalbum “Made By Desire” war klar: Bundesdeutscher Normpop ist hier nicht. Stattdessen: Kunstvolle Forderung. ÄTNA stellten sich vor als avantgardistische Soundkünstler mit feinem Gespür für eingängige Hooks und treibende Rhythmen bei einer wachsenden Fanbase in Deutschland, aber auch England oder Russland. Nach Features mit Solomun, MEUTE, Marteria und der Zusammenarbeit mit der NDR Bigband in der Hamburger Elbphilharmonie war kein Zweifel mehr an der Vielseitigkeit der beiden.Obschon das Duo in jeder Hinsicht ideal nach Berlin passen würde, halten Inéz und Demian der Stadt die Treue, in der sie sich kennengelernt und ihre musikalische Zusammenarbeit begonnen haben: ihrer Wahlheimat Dresden. Hier operieren die beiden etwas abseits der großen deutschen Musikstädte von ihrem Studio aus und sind vielleicht gerade deswegen so unverkennbar sie selbst geblieben.Auf “Push Life” entwickeln ÄTNA ihre musikalische und ästhetische DNA nun eine Stufe weiter. Produziert von Größe Moses Schneider, der auch schon für ihr Debüt verantwortlich zeichnete, wird hier noch einmal klarer, was sich bereits angekündigt hatte: das Duo ist ein Kraftwerk an Kreativität und musikalischer Innovation. Dass dabei unweigerlich Grenzen gesprengt werden müssen,ist logisch: die von Genres, aber auch Gender, Rollenvorstellungen, stilistische Konventionen jeder Art und längst verstaubte Vorstellungen dessen, was Musik können darf und dürfen soll. Auf diese Art ist das zweite Album kantiger und zugleich zugänglicher geworden.Sind ÄTNA jetzt eine Popband? “Wir haben keine Angst vor Pop”, sagt Demian, “aber auch nicht vor Techno, Jazz oder Lyrik”. Nur die eigene Langeweile steht immer als Antrieb hinter der Tür und sorgt dafür, dass den beiden die Energie für neue Ideen nicht ausgeht. Dabei entsteht Musik für eine Zeit, in der alles parallel passiert, existiert, erwächst und zerbricht. Hyperpop, Reibungswärme, flächige Synthies, verzerrte Stimmen, verstimmte Bässe, alles ist möglich. Wo die Pandemie der Musikbranchean vielen Stellen zugesetzt hat, konnten Inéz und Demian die Zeit nutzen, um im Sound und in der Produktion noch mehr in die Tiefe und ins Detail zu gehen., bei dem Inéz und Demian ihr Publikum ausnahmslos in ihren Bann ziehen.Letztes Jahr wurden sie dafürals erste deutsche Band überhaupt mit dem ANCHOR Award ausgezeichnet.